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EU-Länder wollen Ausbau der Bio-Landwirtschaft

Bei vielen Verbrauchern ist Bio längst im Einkaufswagen angekommen. Doch die Landwirtschaft hinkt in vielen EU-Staaten noch hinterher. Daher möchten die EU-Ländern den Ausbau vorantreiben. Lesen Sie hier mehr darüber!

Laut der Statistikbehörde Eurostat lagen die Anteile an Bio-Landwirtschaftsfläche in diesen Staaten im Jahr 2019 am unteren Ende:

  • Malta: 0,5 %
  • Irland: 1,6 %
  • Bulgarien: 2,3 %

Deutschland bewegte sich mit 7,7 % im unteren Mittelfeld. Damals bezifferte das Bundesagrarministerium den Anteil an Bio-Anbaufläche für Ende 2019 auf 9,7 %. Gemessen an der Fläche war der Anteil der Bio-Landwirtschaft im Jahr 2020 sogar noch ein bisschen höher – nämlich bei 10,3 %.

Was bedeutet das in Zahlen? Es gab Ende 2019 offiziell 34.110 ökologisch wirtschaftende Betriebe, die eine Gesamtanbaufläche von 1.613.834 Hektar vorweisen konnten. Das entspricht nicht nur 9,7 % der Anbaufläche, sondern auch 12,9 % der Betriebe. Insgesamt betrug die landwirtschaftliche Fläche 16.665.800 Hektar und es gab 263.950 Betriebe in dieser Branche.

Doch dass es auch anders geht, haben Länder wie Österreich gezeigt. Bei unseren Nachbarn lag der Bio-Landwirtschaftsanteil bei 26 %. Damit wurde das Soll laut Ministerin Elisabeth Köstinger übererfüllt.

Und regional betrachtet?

Die Bedeutung des ökologischen Landanbaus variiert von Bundesland zu Bundesland. Während Hessen einen Anteil von 18 % vorweisen kann, sind es in Niedersachsen nur 5 % relative Öko-Anbaufläche. Bei der Produktion von Bio-Lebensmitteln haben diese Bundesländer die Nase vorn:

  • Bayern: 370.366 Hektar
  • Baden-Württemberg: 186.905 Hektar
  • Brandenburg: 174.253 Hektar
  • Mecklenburg-Vorpommern: 169.033 Hektar

Auf diese vier Bundesländer entfällt mehr als die Hälfte der Bio-Anbaufläche in Deutschland. Besonders in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen war das relative Flächenwachstum mit je 12 % besonders hoch.

Wie entwickelten sich Bio-Anbaufläche und Ökobetriebe?

Mit den Jahren wurde erkannt, dass ökologisches Anbauen sich auch wirtschaftlich rechnet. Das Informationsportal www.oekolandbau.de stellt zwei Tabellen zur Verfügung. Darauf sind zum einen die Entwicklungen der Zahlen der Anbauflächen von 1996 bis 2020 zu beobachten:

JahrBio-AnbauflächeRelativer Anteil der Gesamtfläche
1996354.171 Hektar2,1 %
2010990.702 Hektar5,9 %
20201.702.240 Hektar10,3 %

 

In der anderen Tabelle sind die Anzahlen an Ökogebieten mit deren relativen Prozentsätzen zu sehen:

JahrAnzahl der BetriebeRelativer Anteil der gesamten Betriebe
19967.353 Betriebe1,3 %
201021.942 Betriebe7,3 %
202035.396 Betriebe13,5 %

 

Was sehen die Schlussfolgerungen vor?

Die Zukunft ist Bio. Aus diesem Grund sollen bis 2030 rund ein Viertel aller Anbauflächen für Bio-Landwirtschaft genutzt werden. Darauf haben sich die Agrarministerien der EU-Länder geeinigt.

Schon im Frühjahr dieses Jahres hat die EU-Kommission einen entsprechenden Aktionsplan vorgeschlagen, der dieses Ziel fokussiert. Die Länder haben diesen nun offiziell begrüßt.

Das Treffen zeigte: Für die Bundesrepublik ergeben sich zusätzliche Impulse für einen nationalen Plan. So sieht die Erklärung von Staatssekretärin Beate Kasch aus, die Julia Klöckner bei dem Treffen vertrat. Das Ziel der Bundesregierung: 20 % Bio-Agrarwirtschaft bis 2030.

Wie sieht das Potenzial der Bio-Landwirtschaft aus?

Sehr großes Potenzial sieht Kasch etwa in Kitas, Schulen und Krankenhäusern. Der Grund? Dort können mehr Bioprodukte verwendet werden. Schon von Kindesbeinen an kann den Kindern eine gesunde und vollwertige Ernährungsweise mit an die Hand gegeben werden.

Gibt es weitere Aspekte aus dem Treffen der EU-Agrarministerien?

Neben der Steigerung des Anteils an Anbaufläche für Bio-Produkte haben sich die Ministerien für Agrar und Landwirtschaft auf Initiativen für mehr Tierwohl konzentriert. Genauer gesagt ging es um Käfighaltung, Putenmast und das sogenannte Kükenschreddern.

Zum letzteren Thema finden Sie Informationen in unserem Blogbeitrag „Geflügelwirtschaft befürchtet Wettbewerbsnachteile„.

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