Preissteigerungen und Lieferprobleme bei Weizenprodukten | Bild Header

Preissteigerungen und Lieferprobleme bei Weizenprodukten

Branchen, die Weizen verarbeiten – etwa Teigwarenhersteller und die Süßwarenindustrie –, sehen sich aktuell mit mehreren Problemen konfrontiert. Wegen schlechter Ernten sind Preissteigerungen von 50 % zu verzeichnen. Hinzu kommen Lieferschwierigkeiten, die die Verarbeitung des ohnehin knappen Guts verzögern.

Schlechte Ernte führt zu Weizenknappheit

Aufgrund von extremen Wettereignissen in einigen Anbauländern, etwa der diesjährigen Dürre in Nordamerika, ist derzeit zu wenig Hartweizen auf dem Markt verfügbar. Das beklagen sowohl Mühlenbetreiber als auch weizenverarbeitende Betriebe. Das Getreide wird beispielsweise als Basis für Bulgur, Couscous und Nudeln verwendet und lässt sich nur schwer durch Alternativen ersetzen. Guido Jeremias vom Vorstand der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) meint, es könne gut sein, dass die Nudelregale deshalb vorübergehend mal nicht so gut gefüllt seien wie gewohnt.

Auch die Süßwarenindustrie ist auf Weizen angewiesen. Rund 450.000 Tonnen Weizenmehl verarbeiten Betriebe der Branche in Deutschland pro Jahr. Die enorme Weizenpreissteigerung sowie die ebenfalls stark gestiegenen Kosten für Strom, Logistik und Verpackungsmaterial setzen den Herstellern von Süßigkeiten und Knabberartikeln laut einer Pressemitteilung des BDSI (Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie) sehr zu. Erfreulich sei jedoch die immer größer werdende Nachfrage aus Asien. Die Aussichten bezüglich des USA-Geschäfts beurteilen die Süßwarenhersteller, so Dr. Carsten Bernroth, Hauptgeschäftsführer des BDSI, ebenfalls positiv.

Süßwarenindustrie von steigenden Rohstoffpreisen und Kosten betroffen

Neben dem Weizenpreis sind auch die Kosten für Milchpulver, Zucker, Haselnüsse und Soja deutlich gestiegen. Dies liegt zum einen an niedrigeren Ernteerträgen und weniger Importen aus Drittländern, zum anderen an einer höheren Nachfrage in Asien.

Wie andere Branchen kämpft die Süßwarenindustrie zudem mit höheren Ausgaben für Verpackung und Energie. Der Strompreis für Industriekunden hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. So hoch wie im Herbst 2021 war der Großhandelspreis nach Angaben des BDSI seit zwölf Jahren nicht mehr. In die Strompreiserhöhung wiederum spielt auch der Anstieg des CO2-Preises mit hinein.

Verstärkt wird die angespannte Lage durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen logistischen Probleme. Ein Mangel an Frachtkapazitäten und eine weltweit steigende Nachfrage führen zu Engpässen sowie Preissteigerungen im Logistik-Bereich.

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