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Studie der GfK: Supermärkte wachsen schneller als Discounter

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: Distanz, Hygienevorschriften und besondere Vorsichtsmaßnahmen machen sich seit rund anderthalb Jahren auch im Kaufverhalten von Konsumenten und Konsumentinnen im Lebensmittelhandel bemerkbar. Nach einer Studie des Marktforschers GfK haben Discounter in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 weitere Marktanteile an die Supermärkte verloren. Und das, obwohl die Erhebung zur Konsumstimmung der Deutschen auf ein weitgehend gelassenes, zufriedenes und erwartungsfrohes Kaufverhalten schließen lässt – vor allem im Kontrast zur momentanen Lage. In diesem Blogeintrag erfahren Sie, welche Spuren die Pandemie in erster Linie für Discounter und Supermärkte hinterlassen hat und welche Ursachen diesen Entwicklungen zugrunde liegen.

Der Consumer Index der GfK: Einkauf an einem Ort bevorzugt

Die GfK ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut. Im weltweiten Vergleich schafft es das Unternehmen auf Platz 5. Regelmäßig analysiert das Unternehmen das Kaufverhalten und die Auswirkungen auf den Markt. Das erlaubt wichtige Schlüsse auf den Handel.

Aus der im Consumer Index veröffentlichten Studie geht hervor, dass die Discounter zwischen Januar und Juni Umsatzeinbußen von 1,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen mussten. Währenddessen konnten Supermärkte ihre Umsätze im selben Zeitraum um 6,3 % steigern. Drogeriemärkte legten ebenfalls zu: 2,6 % machte die Umsatzsteigerung aus. Bei SB-Warenhäusern waren es immerhin 0,2 %.

Nach Angaben der Marktforscher der GfK entwickeln sich Supermärkte seit Beginn der weltweiten Corona-Krise besser als die Discounter. Aber woran liegt das? Aufgrund der Tatsache, dass die Pandemie für viele Haushalte durch Kurzarbeit oder sogar Verlust des Arbeitsplatzes auch finanzielle Einbußen bedeutet, scheint diese Entwicklung eher überraschend. Ein Hauptargument dafür ist die Prämisse, sich zu diesen Zeiten an so wenig Orten wie möglich aufzuhalten. Die Konsumenten möchten ihre Einkäufe an einem einzigen Ort erledigen: Lebensmittel, Kleidungsstücke, Inneneinrichtung und Co. – praktisch alles aus einer Hand. Außerdem hat der Wocheneinkauf mittlerweile schon fast Ausflugscharakter für Familien. Ganz nach dem Motto: Supermarkt statt Freizeitpark. Viele Verbraucher sehen den Konsum als Ausgleich zu den geltenden Einschränkungen in der Pandemie und schauen daher beim Einkauf nicht mehr so streng auf das Geld. Für Discounter bedeutet das vor allem eins: das Angebot ausweiten! Denn niedrige Preise allein reichen nicht mehr aus. Das Einkaufserlebnis steht heutzutage klar im Vordergrund.

Welche weiteren Auswirkungen hat die Pandemie auf das Kaufverhalten?

Nicht nur die Orte, an denen Einkäufe getätigt werden, haben sich im Laufe der Pandemie verändert. Auch auf die gekauften Güter hat Corona Einfluss genommen. So gewann vor allem das Thema Nachhaltigkeit im öffentlichen Bewusstsein weiter an Bedeutung, wovon zwischen Juli 2020 und Juni 2021 vor allem vegane Angebote und Bioprodukte profitieren. Die Umsätze mit veganem Fleisch- und Käseersatz sind um ganze 44 % gestiegen. Vegane Süßwaren verzeichnen ein Plus von 41,9 % und die Nachfrage an nachhaltigen Hygieneartikel erhöht sich um 20,7 %.

Es bleibt abzuwarten, ob und inwieweit die Discounter diese Einbußen wieder aufholen können. Innovationen und kreative Ideen sind gefragt, die das Einkaufserlebnis der Zukunft bei Aldi, Lidl und Co. unvergesslich machen. Sie wollen bei diesen Entwicklungen up to date bleiben? Dann abonnieren Sie den Blog von Ehlert.