In-vitro-Fleisch, das in einer Petrischale im Labor gezüchtet wird

Steak aus der Petrischale? Die Zukunft von In-vitro-Fleisch

In unserer Blogreihe geht es um die Zukunft der Nahrung – da darf im Hinblick auf den Fleischkonsum ein Thema nicht fehlen: das In-vitro-Fleisch. Viel diskutiert ist es in jedem Fall, aber kann es noch mehr als die Gemüter spalten? Wo Potenziale liegen und welche Einschränkungen diese Herstellungsweise (noch) mit sich bringt, zeigt dieser Artikel. Werden wir schon bald nicht mehr das herkömmliche Fleisch verzehren, sondern von Laboren mit einer Alternative versorgt? Oder bleibt das Laborfleisch eine kulinarische Besonderheit?

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Was bedeutet In-vitro-Fleisch?

Die Bezeichnung In-vitro kommt aus dem Lateinischen und bedeutet im Glas. In-vitro-Forschungen finden somit nicht innerhalb eines lebenden Organismus statt, sondern in kontrollierter Umgebung. Konkret ist das in der Regel ein Reagenzglas oder eine Petrischale im Labor. Im Fall von In-vitro-Fleisch sind auch die Begriffe Laborfleisch, Cultured Meat oder Clean Meat geläufig. Die Vorgehensweise ist, dass einem lebenden Tier – beispielsweise einem Rind – Muskelstammzellen entnommen werden. Für das Tier ist dieser Prozess etwa vergleichbar mit einer Blutentnahme. Diese entnommenen Stammzellen werden dann unter der Hinzugabe einer Nährlösung herangezüchtet. Das Ergebnis: echtes Fleisch.

Welche Vorteile bringt In-vitro-Fleisch mit?

Nicht ohne Grund ist In-vitro-Fleisch seit mehr als einem Jahrzehnt ein sehr präsentes Thema. Erst kürzlich attestierte das Büro für Technikfolgen-Abschätzungen beim Deutschen Bundestag dem zellkultivierten Fleisch ein großes Potenzial – da liegt die Frage nach dem Warum auf der Hand.

Ethik & Klima

Im Sinne des Tierwohles birgt das Laborfleisch klare Pluspunkte. So muss hierfür idealerweise kein Tier geschlachtet werden. Menschen, die aufgrund ihrer Tierliebe kein Fleisch verzehren, könnten mit diesen Zellkulturen womöglich besser leben und entsprechende Produkte konsumieren. Wenn vermehrt Fleisch als In-vitro-Produkt hergestellt wird, würde sich der enorme Tierbestand voraussichtlich nach und nach abbauen. Das wiederum kann das Klima positiv beeinflussen: Sowohl der direkte CO2-Einfluss der Tiere, beispielsweise durch den Ausstoß von Methangasen, als auch entsprechende Fahrten zu Schlachtereien etc. würden reduziert.

Platz

Ein weiterer Punkt ist die Platzthematik: Rund 99 % weniger landwirtschaftliche Flächen werden gebraucht. Es liegt auf der Hand, dass das Fleisch aus dem Labor weniger räumliche Kapazitäten benötigt als große Ställe und Wiesen inklusive Schlachtereibetrieben. Hinzu kommen die Flächen, die bislang zum Anbau von Tierfutter verwendet wurden. Bei weniger Tieren könnten diese zu Teilen mit Lebensmitteln für den menschlichen Bedarf, wie Getreide, bepflanzt werden – nicht unerheblich im globalen Kampf gegen den Hunger.

Gesundheit

Ob und inwiefern In-vitro-Fleisch gesünder ist als jenes der klassischen Produktion, lässt sich erst final feststellen, wenn es in einem repräsentativen Ausmaß konsumiert wurde. Aber die Vermutung, dass die Zellkulturen gesundheitlich unbedenklicher sind als die herkömmliche Variante, ist naheliegend. Schließlich werden für diese Art der Produktion sehr wahrscheinlich keine Antibiotika notwendig und das Risiko von Zoonosen reduziert sich ebenso. Insbesondere, wenn als Nährmittel anstelle des sogenannten fetalen Kälberserums auf pflanzliche Alternativen gesetzt wird, ist die Wahrscheinlichkeit der Keimfreiheit hoch.

Was für Nachteile birgt diese Herstellungsweise?

Wo Licht ist, ist auch Schatten – so ist das bei fast allen Dingen im Leben. Auch beim In-vitro-Fleisch. Denn es hat Gründe, dass bislang noch nicht vollständig auf diese Art der Fleischgewinnung umgestellt wurde. „Es sind noch viele Fragen in Bezug auf Nachhaltigkeit, regionale Produktion und die Rolle der Landwirtschaft in der Zukunft offen“, ist sich auch Food-Trendforscherin Hanni Rützler sicher.

Forschungsstand

Seit 2013 der erste Burger aus dem Labor – umgerechnet für ca. 250.000 Euro – hergestellt wurde, blieben ganz große Fortschritte aus. Zwar wird in Israel und Singapur in einigen Restaurants In-vitro-Fleisch angeboten, zu Preisen von ca. 15 Euro, doch sie stellen immer noch die Ausnahme dar. Trotz diverser Start-ups und Forschungen ist der flächendeckende Markteintritt des künstlich hergestellten Fleischs offenbar noch ein ganzes Stück entfernt. Und insbesondere das in diesem Blogartikel titelgebende Steak scheint Schwierigkeiten zu bereiten. Ebenso wie ein Filet verfügt es über eine Textur, die nicht so einfach reproduzierbar ist wie die von Hackfleisch. Auch wenn die Preise schon deutlich gefallen sind, ist es bis zum Niveau von klassisch hergestelltem Fleisch noch ein weiter Weg.

Ressourcenverbrauch

Damit die entnommenen Zellen wachsen, brauchen sie die Temperatur, die sie auch am Tier gehabt hätten. Wird demnach massenweise In-vitro-Fleisch hergestellt, werden riesige Bioreaktoren für die Stammzellen benötigt – und entsprechende Mengen an Energie. Hinzu kommt, dass das Fleisch nur dann ohne den Tod von Tieren auskommt, wenn das oben angeführte fetale Kälberserum durch Algen oder andere pflanzliche oder gentechnische Alternativen ersetzt wird. Andernfalls stirbt für rund einen halben Liter ein Rinderfötus plus das Muttertier. Von „tierleidfrei“ kann in dem Fall kaum die Rede sein.

Ablehnung

Zuletzt bleibt die Frage danach, wann lange Freigabeprozesse und patentrechtliche Problematiken gelöst sein werden. Und die Überlegung, ob die westliche Kultur offen gegenüber einem solchen „künstlichen“ Produkt ist. Einzelne Umfragen und Meinungsbilder zeigen, dass eine gewisse Grundskepsis vorliegt. Von Angst bis Ekel können viele Formen der Ablehnung vorliegen – zugehörige Vorurteile müssen dann erstmal aus dem Weg geräumt werden.

Ist In-vitro-Fleisch vegan?

Nein. Da es sich um echtes Fleisch handelt, das aus einem Tier gewonnen wurde, ist In-vitro-Fleisch nicht tierfrei und somit nicht vegan. Allerdings kann es – unter den angegebenen Bedingungen – weitestgehend ohne Tierleid produziert werden. Personen, denen die selbstgewählte vegetarische oder vegane Lebensweise mitunter schwerfällt, könnten darin einen Kompromiss finden.

Ausblick: Wie geht es weiter mit dem Laborfleisch?

Da sich kaum ein Unternehmen beim Stand der Entwicklung in die Karten schauen lässt, sind Prognosen zum Markteintritt schwierig. Fakt ist aber, dass In-vitro-Fleisch durch Stammzellen eine Chance für das Fleisch der Zukunft darstellen kann – möglichst mit pflanzlichem Nährmedium. Und Deutschland sollte in entsprechende Forschungen investieren – allein schon, um nicht den Anschluss gegenüber anderen Ländern zu verlieren. Ebenso klar ist aber auch, dass eine Reduktion des Fleischkonsums in jedem Fall zu empfehlen ist, unabhängig davon, woher das Fleisch stammt.

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