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Geflügelwirtschaft: Einführung einer Nachhaltigkeitscharta kommt

Bereits im September hat der Dachverband der europäischen Geflügelwirtschaft (AVEC) sich auf seiner Generalversammlung für die Einführung einer Nachhaltigkeitscharta ausgesprochen. Bis Anfang 2022 soll diese entwickelt werden. Das Ziel? Umwelt, Soziales und Wirtschaft sollen mit den Anforderungen des European Green Deals und der Farm-to-Fork-Strategie in Einklang gebracht und weiterentwickelt werden.

„Berliner Erklärung“ für mehr Nachhaltigkeit in der Geflügelindustrie

Sowohl die AVEC als auch die nationalen Mitgliedsverbände verpflichten sich, für eine nachhaltigere Zukunft einzutreten. Es wurde verabredet, für die gesamte Produktionskette konkrete Nachhaltigkeitsziele für den europaweiten Sektor Geflügelfleisch zu erarbeiten. Das verkündete der AVEC-Präsident Paul Lopez. Im Rahmen der Versammlung bestätigten die Mitglieder außerdem den aus Frankreich stammenden Lopez im Amt des Präsidenten.

Personelle Ergebnisse der Generalversammlung

Paul Heinz Wesjohann vom Unternehmen Wiesenhof wurde zum Ehrenpräsidenten der AVEC ernannt – zum ersten Mal in der Geschichte der Generalversammlung und der AVEC. Weitere Vertreter im Führungsgremium stammen aus Italien, Polen und den Niederlanden. Neu in der AVEC-Riege ist Franz-Josef Rothkötter: Er wurde zum Vize-Präsidenten gewählt und möchte den offenen und konstruktiven Dialog mit entscheidenden Institutionen und Politikern der EU fortsetzen – tragfähige Lösungen sind das Ziel.

„Dass wir uns geschlossen als Branche verabreden konnten, ist ein wichtiger Schritt für mehr Nachhaltigkeit.“

Das sagt Wesjohann. Jetzt sei es wichtig, sich nachdrücklich zu den Inhalten der Nachhaltigkeitscharta zu bekennen. Mit der Charta im Rahmen des Green Deals und der F2F-Strategie soll es Europa gelingen, bis 2050 klimaneutral zu werden.

Großes Interesse an der Generalversammlung …

… hatten rund 200 Gäste aus der EU. Mit Argusaugen verfolgten sie das Treffen, das vom Bundesverband der Geflügelschlachtereien (BVG) ausgerichtet wurde. Dieser ist unter dem Dach des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG) organisiert. Neben der Verabschiedung der „Berliner Erklärung“ stand ein breit gefächerter Informations- und Meinungsaustausch im Mittelpunkt der Veranstaltung, die in dieser Form bereits zum 63. Mal stattfand. Gemeinsam schafften es die Delegationen, das Verständnis für eine nachhaltigere Zukunft in der Schlachtgeflügelwirtschaft effektiv zu schärfen.

Keine Fleischimporte aus Drittländern

Die Generalsekretärin Birthe Steenberg machte außerdem deutlich, dass der Grad des Engagements des europäischen Geflügelfleischsektors in hohem Maße von der Bereitschaft und Fähigkeit der EU-Kommission abhängt, den Sektor vor unlauterem Wettbewerb aus Drittländern zu schützen.

Auf die Erhöhung der Produktionskosten sollte nicht mit größeren Geflügelfleischimporten aus Nicht-EU-Ländern reagiert werden. Schon jetzt produziert die Europäische Union auf eine sehr klimafreundliche Art und Weise. Die Einfuhr von Fleisch aus Drittländern widerspreche dem Nachhaltigkeitskonzept, weil durch den Transport die Treibhausemmissionen in die Höhe getrieben würden.

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