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Tönnies baut Veggie-Bereich aus

Veganer, Flexi- und Vegetarier aufgepasst! In vielen Betrieben, die Fleischprodukte herstellen, gehören inzwischen auch Artikel auf Pflanzenbasis zum guten Ton. Genauso wie bei der Unternehmensgruppe Tönnies. Im Februar 2021 fasste sie sämtliche Aktivitäten im vegetarischen und veganen Segment unter dem eigenen Geschäftsbereich Veviva 4 You zusammen. Und die Bilanz fällt positiv aus: Nicht nur der Lebensmitteleinzelhandel steht dem Konzept wohlwollend gegenüber, sondern auch die Verbraucher. Die Herstellung fleischloser Alternativen zu Klassikern wie Chicken Nuggets, Fischstäbchen und Frikadellen stellt für Tönnies inzwischen einen festen Baustein in der Nachhaltigkeits-Agenda dar.

Qualität statt Schnelligkeit zahlt sich aus

Zu diesem Ergebnis kommt Maximilian Tönnies, Sohn des Geschäftsführers Clemens Tönnies. Das Unternehmen möchte mit Produkten überzeugen, die schmecken. Viele Geschmackstests innerhalb des Betriebes und Verbraucherpanels zeigen: Im Bereich der Produktentwicklung vegetarischer bzw. veganer Varianten hat der Fleischproduzent aus Rheda-Wiedenbrück in kurzer Zeit einen großen Sprung gemacht. Und darauf möchte das Unternehmen jetzt aufbauen. Nach der Akzeptanz bei Endverbrauchern folgt die Etablierung im Veggie-Bereich. Die scheint ebenfalls zu fruchten – nach einem halben Jahr konnte Tönnies bereits einen Umsatzanstieg von mehr als 250 Prozent verzeichnen. Während es 2019 noch rund 8,3 Millionen Euro waren, beläuft sich die Summe in diesem Jahr voraussichtlich auf 30 Millionen Euro.

Geschmack und Sensorik sind wichtige Punkte

Besonders für Flexitarier, also jene, die nur hin und wieder auf Fleisch verzichten möchten. Sie haben hohe Anspruche: Am besten sollte das Produkt schmecken und sich beim Kauen anfühlen wie eine Fleischmahlzeit. Mit der neuen Serie „Wie“ habe man genau das geschafft, so Tönnies. „Die Chicken Nuggets, Hähnchenschnitzel oder die Fischstäbchen schmecken wie das Original.“

Rund zwei Jahre hat das Unternehmen am Fleischersatz getüftelt, ehe die Artikel auf den Markt kamen.

„Wie“-Produkte kurz vor dem Launch

Es fehle nur noch der Feinschliff, so Maximilian Tönnies. Es gibt aber schon breite Listungszusagen. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ließ sich vor allem von dem Geschmack der pflanzlichen Alternativen überzeugen. Die Marketing-Offensive, die auch TV-Spots beinhaltet, startete bereits im September.

Wo kommen die Artikel der „Wie“-Serie überhaupt her?

„Wie Chicken Nuggets“, „Wie Frikadellen“, „Wie Fischstäbchen“ und Co. werden im eigenen Werk in Böklund hergestellt. Nun sollen die Kapazitäten dort noch ausgebaut und erweitert werden. Laut Tönnies geht es hier um einen zweistelligen Millionenbetrag. Der Businessplan sieht vor: Um den Ausbau des Veggie-Sortiments und die weitere Optimierung der Produkte voranzutreiben, soll bis Ende 2021 im Bereich Wurstersatz ein Umsatz von rund 24 Millionen Euro erwirtschaftet werden. In der Division Fleischersatz sollen es etwa 6 Millionen Euro werden. Bis 2025 soll der Gesamtumsatz beider Abteilungen auf über 120 Millionen Euro ansteigen.

Möglichst nachhaltige Lebensmittel

Das ist das Ziel der Unternehmensgruppe Tönnies. Die Verarbeitung europäischen Sojas anstelle von Regenwald-Soja ist Teil der sogenannten t30-Nachhaltigkeitsstrategie des Schlachtbetriebes, der sich inzwischen als Lebensmittelhersteller sieht. Unterstrichen wird das durch die Aktivitäten des Unternehmens im Convenience-Bereich. Zukünftig sollen nämlich auch Käseprodukte, Saucen, Snacks und weitere Grillartikel produziert werden.

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